Politisches Urgestein mit großer, aber wechselhafter Rhetorik: Abschied von Lafontaine
Geschrieben am 2. Februar 2010 in Allgemein
Oskar Lafontaine: Eines der großen Gesichter der deutschen Politik verabschiedet sich. Früher SPD-Karriere und als es dort nicht mehr so recht klappen sollte – man denke nur an die Schröder-Lafontaine-Ära – Linken-Partei-Karriere. War er nicht zum Schluss das Gesicht der Linken? Und stahl er Gysi nicht ein wenig die Show? Auf jeden Fall hat er angekündigt, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurückziehen wird. Mal sehen, ob die Gesundheit beziehungsweise die Krankheit Oskar Lafontaine und somit seinen Rückzug dominiert. Fakt ist: Mit Lafontaine verschwindet ein politisches Urgestein von der Bildfläche, welches sich nicht nur in entsprechenden Situationen neu erfunden hat, sondern dem es in seiner verbalen und nonverbalen Rhetorik immer wieder gelang, den richtigen Ton zu finden, mit der richtigen Geste das richtige Zeichen zu setzen. Kurz: Selbstbewusst, aber nie mit dem Kopf durch die Wand. Eigen, aber nie störrisch; eher sehr diplomatisch:
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Was Obama kann – kann Merkel schon lange
Geschrieben am 21. Januar 2010 in Allgemein
Auch wenn sich das Interesse zurzeit mehr auf die Wahlschlappen der Demokraten richtet, es bleibt wie es ist:
Die Mächtigen unserer Zeit – Obama und Merkel. Beide haben sich in ihrer Rhetorik gewandelt: Obama einst im heroischen “Yes, we can”-Stil, heute unsicher und ratlos, Merkel einst rhetorisch schwach und in sich eingemauert, heute stilsicher und stark auftretend. Konkrete Anlässe zeigen immer wieder, wie sich das Auftreten beider in kürzester Zeit geändert hat: Bei Obama sind es die Themen Banken, Krankenversicherung oder das missglückte Flugzeugattentat. Hier reagierte er sehr betroffen, zeigte wenig Präsenz, hatte keine starke Meinung und keinen griffigen Slogan parat – was wohl verständlich ist, wollte er doch vor einem Jahr noch gerade solche “Attentäter retten” – doch in unsicheren Zeiten erwartet das Volk einen charismatischen Präsidenten, zu dem es aufschauen kann. Für diese schwache Präsenz wurde Obama mit Verrissen in der Presse bestraft. Angela Merkel hingegen tritt schweren Herausforderungen souverän gegenüber, positioniert sich selbst mittels ausgefeilter Rhetorik und sehr bewusster Körpersprache. Man denke hier nur an den Besuch von Lichtensteins Finanzminister Hasler während des Steuerskandals 2008; Wikipedia erklärt den Fall noch mal. Merkel machte da kein schönes, kein freundliches Gesicht. Es war das Gesicht der “steinernen Lady”. Auch ihre Körperhaltung war klar und bestimmt. Merkel steht einfach ihre Frau – in schwierigen Situationen und das auch bei schwierigen Interviewpartnern.
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Rhetorik verkauft: Zusammenwirken von Stimme, Körpersprache und Inhalt
Geschrieben am 19. Januar 2010 in Allgemein
“Ganzheitlich” ist ein Begriff, der den Trend der vergangenen Jahre sehr gut beschreibt: Alles sollte ganzheitlich sein, um erfolgreich zu werden, glücklich zu sein, beliebt zu werden … Von der Ganzheitlichkeit der Rhetorik war bereits in den 70er Jahren durch Dr. Albert Mehrabian in seiner Studie “Inference of Attitude from Nonverbal Communication in Two Channels” die Rede – allerdings wurden die damals erarbeiteten 93 Prozent Soft Skills gegenüber 7 Prozent Inhalt etwas übertrieben dargestellt. Die 70 : 30-Prozent-Regel trifft es eher: Mit 70 Prozent Soft Skills und 30 Prozent Inhalt gelingt es, rhetorisch zu überzeugen – das bedeutet für Vertriebsmitarbeiter: Erfolgreich zu verkaufen. Allerdings gibt es noch heute genügend Verkäufer, die sich ausschließlich auf den am wenigsten relevanten Punkt dieser Ganzheitlichkeit konzentrieren: Den Inhalt, der nach Dr. Mehribian lediglich zu sieben Prozent an einem erfolgreichen Verkaufsgespräch beteiligt ist.
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Westerwelles veränderte Politiker-Rhetorik: Rhetorisch klar und zielsicher
Geschrieben am 12. Januar 2010 in Allgemein
Politik ist immer spannend zu beobachten, wenn es um Rhetorik geht. Guido Westerwelle (FDP), mittlerweile als Außenminister im Amt, hat seine Rhetorik verändert, seitdem er an der Regierung ist. Bislang war der FDP-Kopf gut beschäftigt, allerdings drückt der Regierungsschuh mittlerweile an einigen Stellen: Die Koalitions-Parteien sind sich über verschiedene und bedeutsame Dinge uneinig. Die CDU stichelt ganz offen gegen die Pläne der Partner-Partei – Westerwelle hingegen ließ das bislang über sich ergehen.
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Robert Schumann – 13 Tage bis ENDEnich: Die Stimme Robert Schumanns
Geschrieben am 9. Dezember 2009 in Allgemein
Noch einmal Robert Schumann auf dem Rhetorikblog. Denn heute geht es dabei um Schumanns Stimme! Robert Schumann meinte, es sei nicht seine „Schuld“, dass das die Musiker des Düsseldorfer Orchesters ihm nicht willig folgten. Schumann prangerte die äußeren Umstände an. Auf Seite 40 in „Robert Schumann – 13 Tage bis ENDEnich“ wird Prof. Uwe Henrik Peters sehr deutlich: „Er hatte keine tragende Stimme, mit welcher er bis in die hinterste Reihe hätte durchdringen können. Seine Stimme hatte er nie geübt und man kann sagen, er hatte sie vernachlässigt. Stimmtraining ist keine Erfindung der Neuzeit. Vor Erfindung von Mikrofon und Lautsprecher war vielmehr jeder, der in der Öffentlichkeit wirken wollte, genötigt, den günstigsten Gebrauch der Stimme zu erlernen“ (siehe dazu im Seminar “Aktuelle Sprechtechnik im Business“. Weitere Informationen bekommen Sie über das Kontaktformular). Daraus folgend entstand eine Art der Abhängigkeit Schumanns von seiner Frau Clara: Sie war sein Sprachrohr. „Sie stellt die Vermittlung zwischen Schumanns Persönlichkeit und der übrigen Welt dar“, beschreibt es der Autor auf Seite 41.
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Buchvorstellung: Robert Schumann – 13 Tage bis ENDEnich
Geschrieben am 3. Dezember 2009 in Allgemein
Das Rätsel um den Komponisten Robert Schumann und um Schumanns Krankheit galt 150 Jahre lang als unlösbar. Jetzt ist es gelöst! In „Robert Schumann – 13 Tage bis Endenich“ löst Prof. Dr. Dr. Uwe Henrik Peters das Rätsel um Robert Schumann auf. Peters selbst ist Universitätsprofessor für Neurologie und Psychiatrie-Psychotherapie an der Universität zu Köln und der Grand Seigneur seines Faches. Er zeigt den wahren Robert Schumann und zeigt, was zahlreiche Quellangaben belegen, wie das Leben Schumanns wirklich verlaufen ist. Prof. Peters belegt in diesem Werk, dass es sich um ein Alkoholdelir, also um eine vorübergehende kurze Krankheit, die durch zu hohen Alkoholkonsum auftreten kann, handelt. Schumanns Delir dauerte nur 4 Tage. Doch diese 4 Tage wurden Robert Schumann zum Verhängnis.
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Nonverbale Rhetorik: Dresscode beachten
Geschrieben am 25. November 2009 in Allgemein
In der NZZ bin ich auf einen Artikel aufmerksam geworden, der mit „Kleider machen Lehrer“ betitelt wurde. Mein erster Gedanke: Macht Sinn, auch das mal anzusprechen – Lehrer haben Vorbildfunktion und ich denke, die Kleiderfrage ist oft unterbewertet. Fachliche Kompetenz ist – wie in jedem anderen Job auch – unverzichtbar, allerdings darf die Vorbildfunktion eines Lehrers auch kleidertechnisch, also nonverbal, nicht missachtet werden.
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Trauer & Rhetorik: Stimme spiegelt Befindlichkeit wider
Geschrieben am 20. November 2009 in Allgemein
Der Freitod von Robert Enke hat vergangene Woche die Republik erschüttert. Die Medien sind zu allgemeiner Trauer-Rhetorik übergegangen; auch in der Beschreibung der Statements, die Enkes Umfeld gegeben hat. So berichtet beispielsweise die Stuttgarter Zeitung in ihrer Online-Ausgabe am 11. November, dass der DFB das Länderspiel gegen Chile abgesagt hat. Eingeleitet wird der Artikel mit dem bewegenden Bild eines trauernden Oliver Bierhoffs und eines verzweifelt, aber bedingungslos schauenden Theo Zwanziger, dem DFB-Präsidenten. Dieser äußert, die Absage des Spiels sei „alternativlos“, verwendet also selbst eine absolute Rhetorik, die keinen Widerspruch duldet.
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Von der Stimmbeherrschung zum Sprecherfolg: Gewinnen Sie durch Ihre Sprache
Geschrieben am 13. November 2009 in Allgemein
Ihre Sprache ist eines Ihrer wertvollsten Instrumente, um zu überzeugen, um auszudrücken, was Sie wirklich ausdrücken wollen. Wenn Ihre Stimme nicht zu hoch (oft bei Nervosität der Fall), nicht zu tief oder zu monoton (zeugt beides von Desinteresse) „gestimmt“ ist, funktioniert Ihr Werkzeug. Der Weg zu Ihrer wohlfunktionierenden Stimme, damit zur Stimmbeherrschung und damit zum Sprecherfolg ist regelmäßiges Training.
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Merkel vorm US-Kongress: Rhetorik geschickt einsetzen
Geschrieben am 6. November 2009 in Allgemein
Angela Merkel (CDU) hatte die große Aufgabe, sich vor den US-Kongress zu stellen und eine Rede zu halten. Vor ihr hat nur Adenauer die Gelegenheit gehabt, vor dem Kongress zu reden – 1957, als Westdeutschland gerade der Nato beigetreten war. Auf heute.de gibt es einen Artikel, der vor ihrer Rede geschrieben wurde – mit allen Erwartungen und Spekulationen um die Rede Merkels. Nach der Rede äußert sich heute.de auch; mit einem Foto, aufgenommen aus der Froschperspektive: Das impliziert nicht gerade positive Gedanken. Fotos aus dieser Sicht aufgenommen meinen es nicht gut mit dem „Motiv“, in diesem Fall unserer Kanzlerin.
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