Nonverbale Rhetorik: Dresscode beachten

Geschrieben am 25. November 2009 in Allgemein

Nonverbale Rhetorik: Dresscode beachten
In der NZZ bin ich auf einen Artikel aufmerksam geworden, der mit „Kleider machen Lehrer“ betitelt wurde. Mein erster Gedanke: Macht Sinn, auch das mal anzusprechen – Lehrer haben Vorbildfunktion und ich denke, die Kleiderfrage ist oft unterbewertet. Fachliche Kompetenz ist – wie in jedem anderen Job auch – unverzichtbar, allerdings darf die Vorbildfunktion eines Lehrers auch kleidertechnisch, also nonverbal, nicht missachtet werden.
Ein Lehrer tritt vor seine Schüler, steht im Fokus der Aufmerksamkeit; etwa 25 lernende Augenpaare sind auf ihn gerichtet. Es reicht nicht, einfach durchs Lehrer-sein beeindrucken zu wollen, leitet auch die NZZ ihren Artikel ein. Weiter werden zwei interessante Fragen gestellt: „Ist ein oft zu beobachtender Schlabberlook vielleicht ein Hinweis darauf, dass die Schüler nicht ernst genommen werden? Oder widerspiegelt er im Gegenteil geistige Größe, die über kleinkarierte Textilfragen triumphiert?“
Unbewusst ist es zu spüren, dass ein Lehrer, der sich allmorgendlich die Kleiderfrage gewissenhaft stellt, ernster genommen wird. Mit welcher Kleidung ich Menschen gegenübertrete, ist immer auch ein Ausdruck der Wertschätzung meines Gegenübers. Auch „kleine Menschen“ wollen wertgeschätzt werden. Weiter geht es darum, Kompetenz nonverbal auszustrahlen und die eigene Persönlichkeit nach außen zu transportieren. Das bedeutet nicht, dass ein Lehrer im Anzug vor seinen Schülern zu stehen hat, der Schlabberlook ist allerdings auch deplatziert. Der Kleidung darf ruhig ansehen werden, dass sich die in ihr steckende Person Gedanken darüber gemacht hat – damit wird unbewusst transportiert, dass sich ein Lehrer auch Gedanken um seine Schüler macht.
Erwartungshaltung: Wie ist es andersrum?
Lehrer stellen – berechtigter Weise – auch eine Erwartungshaltung an die Schüler; auch das lässt die NZZ nicht unkommentiert: „Bauchfreie Shirts und Baseballmützen, verwitterte Hosen, durchschimmernde Tangas: An diesem gängigen Arsenal der Schüler vergreifen sich bisweilen auch Lehrpersonen und versuchen sich wohl via Outfit anzubiedern.“ Es gibt genügend Lehrer, die sich über den Kleidungsstil ihrer Schützlinge nicht genug wundern können. Diese textilen Patzer lassen sich allerdings – zumindest in einem bestimmten Alter – bei Schülern mit der eigenen Sturm- und Drangzeit begründen. Welche Begründung hat ein Lehrer, es den Schülern gleichzutun?
Die NZZ verweist auf Privatschulen, an denen wohlhabende wie auch weniger wohlhabende Eltern ihre Kinder unterbringen. Hier seien Kleider durchaus mit Werte-Vermittlung verbunden, heißt es weiter. Wie bereits erwähnt, muss es nicht immer ein strenger Anzug sein; die NZZ spricht den smart-casual-Look an, der die Persönlichkeit des Lehrers in einer respektablen Form unterstreichen kann. Auch in diesem Look ist das Wohlfühlen der Lehrer gut möglich – das sei nämlich die „Ausrede“, die viele Lehrer benutzen: Als Lehrer sei man den ganzen Tag in dieser Kleidung; da müsse man sich wohlfühlen können. Übertriebene Eleganz muss genauso wenig sein, wie übertriebene Anpassung an pubertierende Schüler, die in oben erwähntem Look austesten wollen, wie weit sie gehen können.
„Kleider machen Lehrer“ – und Lehrer machen Menschen. Versetzen Sie sich zurück in Ihre Schulzeit: Wie waren Ihre Lehrer gekleidet? Nachlässig oder hatten Sie das Gefühl, wertgeschätzt zu werden? Könnte es eine Option sein, Schuluniformen für Schüler und Lehrer einzuführen, wie es in England der Fall ist? In Jackett / Blazer und Hose / Rock in dezentem Grau oder Schwarz gekleidet, würde die sich Kleiderfrage von selbst lösen. Die Kleiderfrage gehört zu der nonverbalen Rhetorik und sollte nicht einfach ignoriert werden. Lassen Sie Ihr Gegenüber erkennen: „Weil Sie es mir wert sind, habe ich mir Gedanken über meine Kleidung gemacht“.

In der NZZ bin ich auf einen Artikel aufmerksam geworden, der mit „Kleider machen Lehrer“ betitelt wurde. Mein erster Gedanke: Macht Sinn, auch das mal anzusprechen – Lehrer haben Vorbildfunktion und ich denke, die Kleiderfrage ist oft unterbewertet. Fachliche Kompetenz ist – wie in jedem anderen Job auch – unverzichtbar, allerdings darf die Vorbildfunktion eines Lehrers auch kleidertechnisch, also nonverbal, nicht missachtet werden.

Ein Lehrer tritt vor seine Schüler, steht im Fokus der Aufmerksamkeit; etwa 25 lernende Augenpaare sind auf ihn gerichtet. Es reicht nicht, einfach durchs Lehrer-sein beeindrucken zu wollen, leitet auch die NZZ ihren Artikel ein. Weiter werden zwei interessante Fragen gestellt: „Ist ein oft zu beobachtender Schlabberlook vielleicht ein Hinweis darauf, dass die Schüler nicht ernst genommen werden? Oder widerspiegelt er im Gegenteil geistige Größe, die über kleinkarierte Textilfragen triumphiert?“

Unbewusst ist es zu spüren, dass ein Lehrer, der sich allmorgendlich die Kleiderfrage gewissenhaft stellt, ernster genommen wird. Mit welcher Kleidung ich Menschen gegenübertrete, ist immer auch ein Ausdruck der Wertschätzung meines Gegenübers. Auch „kleine Menschen“ wollen wertgeschätzt werden. Weiter geht es darum, Kompetenz nonverbal auszustrahlen und die eigene Persönlichkeit nach außen zu transportieren. Das bedeutet nicht, dass ein Lehrer im Anzug vor seinen Schülern zu stehen hat, der Schlabberlook ist allerdings auch deplatziert. Der Kleidung darf ruhig ansehen werden, dass sich die in ihr steckende Person Gedanken darüber gemacht hat – damit wird unbewusst transportiert, dass sich ein Lehrer auch Gedanken um seine Schüler macht.

Erwartungshaltung: Wie ist es andersrum?

Lehrer stellen – berechtigter Weise – auch eine Erwartungshaltung an die Schüler; auch das lässt die NZZ nicht unkommentiert: „Bauchfreie Shirts und Baseballmützen, verwitterte Hosen, durchschimmernde Tangas: An diesem gängigen Arsenal der Schüler vergreifen sich bisweilen auch Lehrpersonen und versuchen sich wohl via Outfit anzubiedern.“ Es gibt genügend Lehrer, die sich über den Kleidungsstil ihrer Schützlinge nicht genug wundern können. Diese textilen Patzer lassen sich allerdings – zumindest in einem bestimmten Alter – bei Schülern mit der eigenen Sturm- und Drangzeit begründen. Welche Begründung hat ein Lehrer, es den Schülern gleichzutun?

Die NZZ verweist auf Privatschulen, an denen wohlhabende wie auch weniger wohlhabende Eltern ihre Kinder unterbringen. Hier seien Kleider durchaus mit Werte-Vermittlung verbunden, heißt es weiter. Wie bereits erwähnt, muss es nicht immer ein strenger Anzug sein; die NZZ spricht den smart-casual-Look an, der die Persönlichkeit des Lehrers in einer respektablen Form unterstreichen kann. Auch in diesem Look ist das Wohlfühlen der Lehrer gut möglich – das sei nämlich die „Ausrede“, die viele Lehrer benutzen: Als Lehrer sei man den ganzen Tag in dieser Kleidung; da müsse man sich wohlfühlen können. Übertriebene Eleganz muss genauso wenig sein, wie übertriebene Anpassung an pubertierende Schüler, die in oben erwähntem Look austesten wollen, wie weit sie gehen können.

„Kleider machen Lehrer“ – und Lehrer machen Menschen. Versetzen Sie sich zurück in Ihre Schulzeit: Wie waren Ihre Lehrer gekleidet? Nachlässig oder hatten Sie das Gefühl, wertgeschätzt zu werden? Könnte es eine Option sein, Schuluniformen für Schüler und Lehrer einzuführen, wie es in England der Fall ist? In Jackett / Blazer und Hose / Rock in dezentem Grau oder Schwarz gekleidet, würde die sich Kleiderfrage von selbst lösen. So fiele auch der optische Unterschied zwischen Privat- und öffentlicher Schule weg. Die Kleiderfrage gehört zu der nonverbalen Rhetorik und sollte nicht einfach ignoriert werden. Lassen Sie Ihr Gegenüber erkennen: „Weil Sie es mir wert sind, habe ich mir Gedanken über meine Kleidung gemacht“.

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